Wurzeln - Sproßsystem
Rebstöcke bestehen aus 3 Einheiten (Bausteinen): Wurzeln, Spross und Blatt. Jedes dieser Teile hat eine Aufgabe, die es erfüllen muss, damit die Rebe gedeihen kann.
Wurzeln
Die unterirdischen Organe (Wurzeln) helfen dem Rebstock, Wasser und Nährstoffe aus dem Erdreich aufzunehmen, aber sie verhindern auch, dass der Stock aus der Erde gerissen wird bei zu viel Regen. Nebenbei speichern die feine "Finger" der Rebe Reservestoffe. Heute wird im Weinbau der Pfropfrebenbau bevorzugt, wobei die Funktion der Wurzeln von der Unterlage erfüllt werden. Wurzeln wachsen an Sprossteilen aus. Man nennt sie sprossbürtige Adventhievwurzeln, Wurzeln von Rebsämlingen entwickeln sich aber aus der Keimlingsanlage. Es wird die Art der Wurzeln durch den Entstehungsort unterschieden, so gibt es folgende Arten von Wurzelbildung: Fußwurzeln, Seitenwurzeln, Tau- oder Tagwurzeln.
Am zahlreichsten findet man als Teile des Wurzelsystems, die Fußwurzeln, welche an der Basis des Wurzelstammes entspringen. Sie bohren sich ihren Weg tief ins Erdreich und haben in Ihrer Gesamtheit zwar wichtigste Haltefunktionen, spielen aber die wichtigste Rolle bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen durch Osmose mit Hilfe von Kapillarwirkung Vor allem in steilen Lagen und bei trockenen Böden sind sie für das Gedeihen der Rebe verantwortlich.
Seitenwurzeln befinden sich in oberen Bodenschichten und nehmen ihren Ursprung Mittelstück der Wurzelstange. Sie sind die Hauptversorger des Weinstock mit Nährstoffen des Bodens.
Tauwurzeln (Luft- oder Tagwurzeln) befinden sich knapp unter der Erdoberfläche, ihr Schicksal ist es, dass sie meist durch die Bearbeitung des Bodens beschädigt werden. Dieses Leid hat aber eine positive Auswirkung auf die Entwicklung der Seiten- und Fußwurzeln. Sie könnten durch ihre oberflächliche Lage bei Trockenheit oder bei Frost absterben.
Wurzeln veredelter Reben, die sich aus dem Edelreis oberhalb des Pfropfkopfes entwickeln, werden entfernt, damit sich die Rebe "frei" machen kann. Wenn dies nicht erfolgt wäre sie eine reine Europäerrebe und reblausgefährdet.
Die Wurzel, die meist mehr als fünf Meter erreichen, verzweigen sich sehr stark im Erdreich. Je nach Art der Bodenbearbeitung befinden sie sich 20 - 25 cm unter der Erde. Sind die Wurzeln günstigen Verhältnissen ausgesetzt erreichen sie sogar mehr als 15 Meter. Solches Wurzelwerk übernimmt in extremen Trockenperioden die Hauptversorgung der Rebe mit Wasser. Kräftige Langwurzeln (dunkel verfärbt, verholzt) dienen als Leitung für dünne Faserwurzeln, die für Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig sind.
An Spitzen, der jungen, weißen Faserwurzeln findet man die "Absorptionszone" aus feinen Wurzelhaaren (bis 1 mm), welche die Oberfläche vergrößern und wo jegliche Stoffe aufgenommen werden. Die Wurzelhaare passen sich den Bodengegebenheiten an. Sie bestimmen ob eine Rebe lebensfähig ist oder nicht. Ältere Haare sterben ab und werden durch neue, die von der Spitze auswachsen ersetzt. Bis zu 350 Meter Feinwurzelwerk befinden sich in einem Kubikmeter Erde.
Sproßsystem
Oberirdisch besteht der Rebstock aus "altem Holz" (Äste, Kordon, Schenkel, Stamm), "einjährigem Holz" mit Knospen (Augen), "grünen Trieben" mit Triebspitze, Blättern, Gescheinen (Blütenständen), Blüten, Trauben, Ranken und Geiztrieben.
Vom Boden weg nach oben geht der Stamm der Rebe aus. Bei Pfropfreben bildet das Edelreis den Stamm. Seine Höhe ist abhängig von der Erziehungsart kann bis ca. 10-30 cm über dem Bodenreich betragen. Nur kurze Zapfen werden angeschnitten, somit bildet sich der Kopf (Kopferziehung).