Einführung

Die Weinbeurteilung zu erlernen ist durchaus denkbar. Wer nun wirklich zum Weinkenner werden will, muss lernen eine besondere Geschmacksempfindung zu entwickeln und einen Sinn für wundervolle und weniger wundervolle Gerüche zu bekommen. Zitat von Michael Braodbent: "Wer Speisen wirklich schmecken kann, kann auch Wein degustieren bzw. Was gut riecht und schmeckt, ist gut; was fremdartig riecht oder einen verdorbenen Geschmack aufweist, ist schlecht." Wobei ich meine jeder Geschmack immer subjektiv vom Betrachter beurteilt wird!

Natürlich ist es sehr wichtig, wenn man für sich selbst erst mal feststellt was gut oder schlecht von einem empfunden wird. Hat man das geschafft, so kann man versuchen, Geschmacks- und Geruchsempfindungen zu definieren was natürlich sehr viel Übung verlangt. Weiters sollte man eine Empfindung immer wieder gleich beschreiben können, das heißt zB. einen Wein vom anderen zu unterscheiden und gute von schlechten zu differenzieren. Dies scheint einfach, ist es aber nicht. Sogar Degustatoren (Berufsmäßige Weinprüfer) müssen ihren Gaumen ständig schulen um nicht aus der Übung zu kommen (sie sollten fast täglich Weine verkosten). "Übung macht den Meister!"

Zweck der Verkostung

Ohne eine Schulung in der Kunst der Degustation (Weine verstehen, beschreiben und klassifizieren) ist es für einen Amateur nicht möglich Weine richtig zu schätzen und Große von alltäglichen zu unterscheiden. Dem Leihen dient die Weinverkostung nur zum Genuss. Gerade für die Entstehung eines Verschnitts (Cuvée),man nennt diese Kunst "Assemblage", ist die Degustation sehr wichtig, aber auch Behörden sind auf sie angewiesen um weingesetzliche Prüfungen möglich machen zu können, weiters ist auch der Handel beim Einkauf auf sie angewiesen.

Anforderungen an den Verkoster

Der Verkoster muss ehrlich sein gegenüber seien Empfindungen weiters objektiv, genau und konstant bei der Beschreibung und Zuordnung des Weins, egal wie groß oder klein die Menge des Verkosteten ist.

Verkostungsbedingungen

Vor Mahlzeiten sind die Sinne aufnahmebereit, dies ist also die beste Zeit für Verkostungen. Jegliche Einflüsse auf den Verkoster sind ausschlaggebend deshalb sollte man sowohl auf eine helle Umgebung achten als auch auf die Geräusche, fremde Gerüche (Rauch, Parfum, usw.) der Umgebung, weiters auf Raumtemperatur (18°C bei 60% Luftfeuchtigkeit). Schlechte Einflüsse sind natürlich auch Süßes, Zahnpasta oder eine Erkältung Vorsicht: Grünes Licht verstärkt die Säure-, blaues Licht die Bitterempfindung.

Weine verändern sich ständig, sie leben. Rotweine sollte man etwas wärmer, Weißweine etwas kühler verkosten.

Wie viele Weine man verkosten kann (objektiv) hängt von der Erfahrung und Konstitution des Verkosters ab:

 

Anfänger ca. 5 Weine,

Fortgeschrittene ca. 11 Weine,

Profis ab 12 bis ca. 28 und mehr.

Bei mehr verkosteten Weinen ist das Ergebnis der Verkostung meist nicht mehr zufriedenstellend, da die Geschmacksnerven langsam beeinträchtigt werden.

 

Die Praxis der Degustation

Weinverkostung ist ein Ergebnis der Sinne mit Hilfe von Auge, Nase und Mund. Im Kopf werden diese Sinne verarbeitet und es entsteht ein gesamter Eindruck über das verkostete Werk. Schlussendlich bilden wir unser Urteil.

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