Um einen vollen und wahren Geschmack eines Weins genießen zu können, muss man auf die Einwirkung der Peripherie (z.B: Temperatur, Druck,...) Rücksicht nehmen. Auch die Geschmacksempfindung einer Person selbst spiel beim Verkosten und Erkennen wie auch beim Bewerten eines Weins eine große Rolle
Zwei Organe sind für die Geschmacksempfindung sehr wichtig, einerseits die Zunge andererseits aber auch die Nase. Im Kleinkindalter schmeckt man vorwiegend mit den noch sehr ausgebildeten Geschmacksknospen der Zunge, im Alter lässt die Funktion dieser Geschmacksknospen jedoch noch und es wird die Hauptarbeit vom Geruchsinn der Nase übernommen.
Trotzdem spricht man in erster Linie von der Zunge wenn es um Geschmacksempfindungsverarbeitung geht. Die Zunge wird in verschiedene Gebiete unterteilt denen man eine bestimmte Empfindung zuordnet: süß (Zungenspitze), salzig (seitlich-vorne Teil des Zungenrandes), sauer (seitlich-hintere Teil des Zungenrandes), bitter (hintere Teil der Zunge). Den wahren Geruch nimmt man aber durch die Nase wahr.
Geschmacksprüfung
Sauer Süß Bitter
Positiv mild, frisch, rassig, säurebetont trocken, halbtrocken,
lieblich, süß, edelsüß trocken, halbtrocken,
lieblich, süß, edelsüß
Negativ schal, hart, sauer, unreif plump, dicksüß, süß-sauer verschlossen, adstringierend,
rauh, bitter
Harmonie
Sie besteht aus dem Gleichgewicht zwischen Säure und Komponenten wie Restzucker, Alkohol und Extraktstoffen.
Positiv rustikal, ehrlich, markant, harmonisch, fruchtig, finessenreich, elegant
Negativ klein, unharmonisch, derb, ausdruckslos, unsauber
Alter
Positiv jung, ausgebaut, reif, edelfirnig
Negativ streng, unfertig, abgebaut, firnig, tot
Körper
Der Wein besteht aus dem Gehalt an Stoffen, welche beim Verdampfen zurückbleiben, das sind zB. Glycerin (ein Baustein des menschlichen Fett), nichtflüchtige Säuren sowie Restzucker.
Positiv schlank, füllig, kompakt, extraktreich
Negativ leer, dünn, breit
Alkohol
Positiv leicht, kräftig, schwer
Negativ mager, brandig
Sortenspezifischer Geschmack
Die Rebsorte selbst prägt den Wein in seiner Form des Geschmacks, den nur die bestimmte, spezifische Sorte aufweist.
Einige Beispiele
würzig-pfeffrig Grüner Veltliner
würzig-nußartig Neuburger, Ruländer
grasig Sauvignon Blanc, Cabernet
frische Weichseln St. Laurent
saftiger Apfel Welschriesling
Marille, Rosenholz Riesling
honigähnlich, Marzipan Auslesen bis Trockenbeerauslese
Vanille, Karamell, Kaffee Geschmack von Barrique-Fässern
Abgang
Er wird auch Nachklang oder "Schweif" genannt. ist der Abgang kurz so hat man bis ca. 4 Sekunden nach dem Genuss einen anhaltenden intensiven und gleichen Geschmack, ca. 8 Sekunden so ist es ein guter oder mittlerer Abgang, bei 12 oder mehr Sekunden spricht man von einem langen Abgang.