Klima, Boden und Lage

Klima, Boden und Lage

Ertrag, Qualität und Charakter des Weins ist abhängig von Klima, Boden und Lage der Rebfläche. Das Kleinklima und der Boden sind besonders in nördlicheren Weinbauländern sehr entscheidend für einen guten Wein. Die Rebanlage ist der Ort, an dem die Rebe wächst.

Klima

Der bevorzugte Platz der Rebe um am besten gedeihen zu können, ist in warmen, gemäßigten Zonen der nördlichen und südlichen Hemisphäre. 20 Grad Breite vom Äquator nach oben und unten gibt es keinen Weinbau, da die Rebe sich in zu warmen Gebieten nicht wohl fühlt und keine Weintrauben gedeihen lässt.

Die "Vegetationszeit" ist die Phase zwischen Austrieb und Laubfall. Vegetationszeiten von Reben sind äußerst lang, das bedeutet 170 - 240 Tagen. In diesem Zeitraum bevorzugt der Weinstock keine Spät- oder Frühfröste, eine rasche Frühjahrsentwicklung mit einem frühen Blüteabschluss, einen langen, warmen und sonnenreichen Sommer mit ausreichend Niederschlägen, einen milden, trockenen Herbst und einen Winter, der Temperaturen unter - 25° Celsius mit sich bringt, um sich entwickeln zu können.

Der Temperaturverlauf nimmt Einfluss auf die Vegetationszeit und die Ertrags- und Qualitätsleistung der Rebe.

Temperatur

Der Weinbau bevorzugt bestimmte Temperaturen zB. in Mitteleuropa : mittlere Sommertemperatur um 20° Celsius, Temperatur während der Blütezeit (Mitte bis Ende Juni) nicht unter 15° Celsius und eine Wintertemperatur mit durchschnittlich um 0° Celsius (nicht unter -25° Celsius), Jahresdurchschnitt ca. 9-13° Celsius.

Kleinklima

Eine Rebanlage hat ihr eigenes Mikroklima (Kleinklima), das bedeutet ein begrenztes Gebiet mit hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einer Großklimazone, welches durch Faktoren, wie Nähe eines Flusses oder Waldes, Bodenwärmespeicherung, warme Südhänge, vor Winden schützender Berg, enger Stand der gepflanzten Rebstöcke, eine bestimmte Erziehungsform der Rebanlage etc. geprägt wird. Das Kleinklima bevorzugt Assimilationsvorgänge der Rebe, dadurch fördert und beeinflusst es Ertrags- und Mostgewichtsleistung der Reben. Die Individualität und die Spezialität wird durch das Kleinklima und die Bodenverhältnisse bedingt.

Sonnenschein

Die Intensität der Sonneneinstrahlung bestimmt die Zuckerbildung. Entsteht mehr Zucker so vermindert sich der Gehalt an Säure in der Traube und dies führt zu Weinen mit hohem Alkohol (günstig für Rotweinsorten). Bei Jahren mit geringerer Sonnenscheindauer wird genau das Gegenteil geförderter und es entstehen alkoholarme Weine mit besonders feinen Bukettstoffen (günstig für Weißweinsorten). Die jährliche Sonnenscheindauer sollte 1.300 Stunden betragen (Minimum: 1.100 Stunden. Die besten Ergebnisse erhält man mit einer Sonnenscheindauer zwischen 1.700 - 2.000 Stunden. Gleichzeitig sollte die Verteilung der sonnenreichen Tage der Vegetationszeit und die Hanglage des Anbaugebiets beachtet werden.

© koerbler.com, 2002

 

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