Reberziehung
Die Reberziehung läßt sich in 4 wesentliche Arten unterteilen: die niedere, mittelhohe, hohe und die Lyraerziehung.
Niedere Erziehung
Bei der niederen Reberziehung wird das einjährige Rebholz in Bodennähe mit Hand abgeschnitten. Durch die enge Pflanzenweite und die hohe Handarbeit hat diese Erziehungsform stark an Bedeutung verloren und wird immer mehr von den anderen Erziehungsformen verdrängt.
Mittelhohe Erziehung
Bei der mittelhohen Erziehung beträgt die Stammhöhe in etwa 40-80 cm. Der Reihenabstand der Rebstöcke liegt bei ca. 1.10 bis 2.60 m, die Stöcke werden in einem Abstand von 1.10 - 1,70 m ausgepflanzt.
Durch die mittelhohe Erziehung wird eine gute Verteilung der Laubfläche ermöglicht. Sie nutzt vor allem auf wuchsschwachen Weingärten den Boden besser. Nachteil ist wie bei der niederen Erziehung der höhere Arbeitsaufwand.
In Österreich liegt der Anteil der mittelhohen Erziehung bei ca. 8-12 %.
Hohe Erziehung
(Hochkultur, Weitraumerziehung)
Bei der Weitraumerziehung wird die Rebe wird mit Hilfe eines Drahtrahmens oder eines Gerüsts bis zu einer Höhe von über 75 cm (meist 1.10-1,40 m) hochgezogen. Die Reihen liegen zwischen 2,70 und 3,10 m auseinander, der Abstand der Rebstöcke liegt bei 0.80 bis 1,10 m.
Der große Vorteil dieser Erziehungsform ist die Einsatzmöglichkeit von Traktoren. Weiters kann die händische Bearbeitung des Stockes im Winter aufrecht erfolgen. Darüber hinaus sind die Reben weniger pilzanfällig, weil eine bessere Belüftung erfolgt und sie sind weniger anfällig gegen Winter- und Frühjahrsfrösten.
Ein wesentlicher Nachteil ist, dass die Hochkultur zur Massenproduktion von Trauben verleitet. Vor allem schwachwüchsige Anlagen können den großen Standraum, der ihnen durch die weiten Abstände zur Verfügung stehen, nicht nutzen. Darüber hinaus ist die Laubwand ist zu locker und hat zu schwache, wenig leistungsfähige Triebe. Durch Bodenverbesserung wie zum Beispiel durch Düngung und Bewässerung kann die Wüchsigkeit etwas verstärkt werden.
Lyraerziehung
Die Lyraerziehung wurde vom Weingut Bründlmayer aus Langenlois erstmals in Österreich neu eingeführt.
Diese Art entspricht einer niederen bis mittelhohen Erziehung, bei der die Triebe so geteilt werden, dass zwei vertikale Laubwände mit einem Hohlbereich in der Mitte entstehen. Der Querschnitt der Form erinnert an eine Lyra (Saiteninstrument der alten Griechen).
Diese Rebrziehung ist eine sehr spezielle Art der Hochqualtitätserziehung. Leider benötigt man die doppelte Menge an Unterstützungsmaterial, wie zum Beispiel Pfähle. Ein weiterer Nachteil ist der Arbeitsaufwand, der ein vielfaches beträgt. Der Winzer muß zwei bis dreimal jährlich die beiden Laubwände händisch entflechten, um so den freien Luftraum in der Mitte des Stockes wiederherzustellen.
Die Vorteile dieser Erziehungsform sind die Verdoppelung der belichteten Blattoberfläche, dadurch eine vielfach bessere Ausnützung der Sonnenenergie und eine lockere, licht- und luftdurchflutete Laubwand. Weiteers ist die Rebe weniger anfällig gegen Pilzkrankeiten und der Winzer hat erträchtliche Einsparungen beim Pflanzenschutz.
© koerbler.com, 2002
[nach oben]